Gerald Glasauer - Soziale Projekte

Soziale Projekte

Seit vielen Jahren engagiert sich der Wirtschaftsfachmann Gerald Glasauer für verschiedene soziale Projekte. Warum und wofür er sich engagiert, verrät Gerald Glasauer im Interview.

Gerald Glasauer, Sie engagieren sich seit vielen Jahren für soziale Zwecke. Was ist Ihre Motivation?
Gerald Glasauer: Ich habe in meinem Leben viel Erfolg und vergleichsweise wenig Sorgen gehabt. Dafürbin ich dankbar. Mir ist bewusst, dass es vielen Menschen nicht so gut geht wie mir. Daher möchte ich mithelfen, dass es auch anderen Menschen besser geht. Wem es gut geht, der sollte meiner Meinung nach etwas von seinem Glück teilen und der Gesellschaft etwas zurückgeben. Das meine ich hier nicht  vordergründig monitär, sondern meine Einstellung des Glücks und der Dankbarkeit zu vermitteln.

Wie können wir uns das vorstellen?
Gerald Glasauer: Ich habe mich im Jahre 1998 entscheiden, aktiv einige Stiftungen aufzubauen und zu unterstützen. Es gibt viele tolle Stiftungen, doch zumeist fehlt es an Geld. Aus diesem Grund habe ich die Horizonte Stiftungen AG organisiert, die heute acht gemeinnützige Stiftungen verwaltet. Damit geben wir engagierten idiell tätigen Menschen die Gelegenheit, sich auf ihre ideelle Hilfsarbeit zu konzentrieren. Die Verwaltung übernimmt Horizonte Stiftungen AG für diese Stifter.

In welcher Form sind Sie der Horizonte Stiftungen AG erhalten geblieben?
Gerald Glasauer: Nach wie vor bin ich Vorstand von Horizonte Stiftungen. Soweit es meine Zeit zulässt, besuche ich die Stiftungen und gewinne wichtige Einblicke in die Hilfe und Förderung ideell tätiger Menschen.

In welchen Bereichen sind die acht Stiftungen angesiedelt?
Gerald Glasauer: Ein großer Schwerpunkt liegt auf der Förderung von Kindern. Als zweifacher Vater liegt mir dieses Thema besonders am Herzen. Vom Kinderschutz über krebserkrankte Kinder bis hin zur Förderung von Kindern mit Hirnschädigungen ist die Bandbreite groß. Darüber hinaus verwalten wir auch Stiftungen aus den Sektoren Demenz, Hospiz und Organspende. Wir sind auch jederzeit offen für neue Stiftungen, die Unterstützung im administrativen Bereich benötigen.

Inwiefern unterstützt die Horizonte Stiftungen AG ihre und neue Stiftungen?
Gerald Glasauer: Der Aufwand zur Gründung und Betreuung einer Stiftung ist beachtlich. Wir begleiten Stiftungen daher in allen Fragen der Gründung, der Veröffentlichung in Stiftungsverzeichnissen, bei Anträgen auf Erteilung der Gemeinnützigkeitsanerkennung, der Prüfung der Mittelverwendung, bei Buchhaltung und Jahresabschlüssen, der Kommunikation an die Stifter, bei Steuererklärungen und natürlich bei der Verteilung der Spendengelder an die Begünstigten. Dieser Auszug soll zeigen, wie umfangreich eine Stiftungstätigkeit ist.

Welche Stiftungen liegen Ihnen besonders am Herzen?
Gerald Glasauer: Man möchte eigentlich keine dieser Stiftungen herausheben, am Herzen liegt mir jedoch die Stiftung „Lebensweg". Stiftung Lebensweg hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder zu fördern, die Folgeschäden aus schweren Kopfverletzungen erlitten haben. Diese Kinder müssen schon früh eine große Last tragen. Lebensweg arbeitet intensiv daran, dass diese Kinder die besten Voraussetzungen für ein glückliches und selbstständiges Leben erhalten.

Welche Organisation unterstützen sie noch?
Gerald Glasauer: Ein weiteres tolles Projekt ist „Manager ohne Grenzen". 2005 war ich erstmals im Bereich Entwicklungshilfe in Afrika vor Ort und habe dabei geholfen, wirtschaftliche Prozesse zu begleiten. Seit 2010 bin ich Mitglied bei Manager ohne Grenzen und konnte meine Erfahrung in verschiedenen Projekten einbringen.

Schildern Sie uns eines dieser Projekte.
Gerald Glasauer: 2010 war ich für die Stiftung in Äthiopien aktiv. Ein deutscher Förster will mit seinem Startup auf rund 1.500 Hektar eine Frucht- und Gemüsefarm aufbauen. Die Idee ist, mehrere hundert Kleinbauern in einer Art Genossenschaft zusammenzubringen. Auf diese Weise sollten gemeinsam Bewässerungssysteme und eine Produktvermarktung aufgebaut werden. Für diese Region, 250km südöstlich der Hauptstadt Addis Abeba, war dieses Prinzip völlig neu. Heute läuft dieses Projekt erfolgreich.

Was bedeutet diese Arbeit für Sie?
Gerald Glasauer: Ich wollte glücklich sein. Ich wollte meine Art Leben mit den Ärmsten vergleichen. Ich wollte etwas geben, etwas zurückgeben. Schon so als eine Art Hilfe zur Selbsthilfe. Aber eben auch für mich. Die Erfahrungen, die man im Rahmen der Projekte macht, sind unbezahlbar. Trotz teilweiser großer Armut und vielen Problemen wie Müll und Krankheiten sind die Menschen dort gelassen und freundlich. Dort lernt man, gelassener zu sein und wertzuschätzen, wie privilegiert wir in Deutschland leben.